- Aschoka
- Aschoka
oder Asoka (um 291-232 v. Chr.), Enkel des Candragupta, des Begründers der
indischen Maurya-Dynastie. Als dritter und bedeutendster Maurya-Herrscher
(Regierungszeit um 273-232 v. Chr.) schuf er ein zentralistisch regiertes
indisches Großreich, das große Teile des Indischen Subkontinents und Gebiete
des heutigen Afghanistan umfaßte. Als Anhänger und Förderer des Buddhismus
machte er diesen zur offiziellen Religion seines Reiches und hinterließ
seinen Untertanen Säulenedikte und Felsinschriften, die dessen Ethik verkündeten.
- Nachdem
er die Expansionspolitik seiner beiden Vorgänger fortgeführt hatte, setzte
ein radikaler Gesinnungswandel bei ihm ein, und er entwickelte sich von
einem grausamen Eroberer zu einem gemäßigten Pazifisten. Dieser Gesinnungsumschwung
manifestierte sich auch in einer religiösen Neuorientierung, denn er wandte
sich vom Brahmanismus dem Buddhismus zu mit seinem Gebot der Ahimsa (Sanskrit:
Nicht-Verletzen), der Tugend der Gewaltlosigkeit, nach der kein Lebewesen
verletzt oder getötet werden soll. In seinem Bestreben, die Prinzipien Buddhas
auf allen Ebenen des täglichen Lebens anzuwenden, stellte er seine Regentschaft
unter die Prinzipien des Dharma und versuchte mit friedlichen Mitteln, die
neue Religion zu verbreiten. Er führte mildere Gesetze ein, verbesserte
die medizinische Versorgung und begab sich unter die indischen Bauern, wo
er die Lehre Buddhas vertrat, die mit zahlreichen Reformen verbunden war.
So ließ er beispielsweise Bäume pflanzen oder Brunnen graben, erließ Verordnungen,
die die Mißhandlung von Tieren untersagten, sowie Vorschriften für die Schlachtung
und ließ Tierkrankenhäuser errichten.
- Zur
Verbreitung des Buddhismus ließ er Klöster bauen und die buddhistischen
Regeln in Felsinschriften und Säulenedikten veröffentlichen, den sogenannten
Aschoka-Inschriften, die er in seinem ganzen Reichsgebiet in der Landessprache
und im Nordwesten seines Reiches in aramäischer, iranischer und griechischer
Sprache eingravieren ließ. Seine friedlichen Missionsbestrebungen erstreckten
sich bis nach Epirus in Griechenland, Ägypten und Libyen. Sein eigener Sohn
brachte als Mönch den Buddhismus nach Sri Lanka, wo er noch heute Hauptreligion
ist. Trotz seines starken buddhistischen Glaubens begegnete Aschoka anderen
Religionen mit Toleranz. Indien genoß während seiner Herrschaft beträchtlichen
Wohlstand. In seinen späten Regierungsjahren jedoch begann er die Staatsangelegenheiten
zu vernachlässigen und wurde durch eine Palastrevolution abgesetzt. Nach
seinem Tod begann sein großes Reich zu zerfallen.